Riga Komitee

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Rigas
Fr 5. Dez 2014
Ingrid Beschorner

  

 
 
Zur Geschichte:
 
Am 23. Mai 2000 gründeten die Städte Berlin, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel,
Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Osnabrück und Stuttgart sowie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. das Deutsche Riga-Komitee.
In den Jahren 1941/42 wurden deutsche, österreichische und tschechische Juden aus dem ehemaligen Deutschen Reich, insgesamt mehr als 25.000 Menschen in das Ghetto von Riga deportiert und dort oder in den Wäldern von Bikernieki, teilweise auch in den Wäldern bei Rumbula, ermordet. Auch aus Mönchengladbach wurden zahlreiche Menschen jüdischen Glaubens nach Lettland transportiert und  getötet. 
 
Aufgabe des Riga-Komitees ist es, an diese Schicksale zu erinnern. Der Zentralrat der Juden in Deutschland,
die Stadtverwaltung Riga sowie die in Wien 1993 gegründete „Initiative Riga“ unterstützen das Projekt.
Der Volksbund errichtete in Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee, seiner lettischen Partnerorganisation,
dem Brüderfriedhöfekomitee, und der Stadtverwaltung Riga den Opfern eine würdige Gräber- und Gedenkstätte.
Bereits am 30. November 2001 konnten die wieder hergerichteten Massengräber im Rigaer Bikerniekiwald
offiziell der Öffentlichkeit übergeben werden.
Mit der Pflege der Anlage und der Begegnung durch lettische und deutsche Jugendliche vor Ort wird ein
lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft, von
denen damals die Sammeltransporte ausgingen.
In einem zweiten Schritt erschien 2003 das „Buch der Erinnerung“. Das zweibändige Werk führt die vollständigen
Deportationslisten auf und schildert den Leidensweg dieser Menschen. Es enthält über 31.300 Namen
und Lebensdaten. Die Veröffentlichung der Namen und Lebensdaten in diesem Buch war zugleich auch der
Abschluss unserer Anstrengungen, den zahllosen Opfern des Rigaer Ghettos ihre Menschenwürde zurückzugeben.
 
Ein Anliegen der Gesellschaft für christl. jüdische Zusammenarbeit Mönchengladbach e. V.  ist es, mit der Stadt Mönchengladbach an die  Gladbacher Juden, die in Riga getötet wurden, zu erinnern. Der Beitritt der Stadt Mönchengladbach zum Riga Komitee ist geplant. Weitere Informationen folgen.