Nostra aetate - Vortrag und Workshops

Datum:
Donnerstag, 29. Januar 2026 15:00 - 18:00
Ort:
Citikirche Alter Markt
41061 Mönchengladbach

 

Die Menschheitskatastrophe der Schoa hat eine lange Vorgeschichte der Ausgrenzung und Diffamierung von Jüdinnen und Juden. Obwohl an seinem biblischen Ur­sprung die eine Kirche aus Juden und Heiden steht, hat das Christentum dabei vielfach eine unrühmliche Rolle gespielt. Die eigene Heilsgewissheit wurde nicht selten in Abgrenzung zum Judentum profiliert. Jüdinnen und Ju­den wurden zur Projektionsfläche für religiöse, politische und verschwörungsideologische Verwerfungen in aller Welt. Wer die dunkle Spur des christlichen Antijudais­mus durch die Erneuerung der Theologie nach Auschwitz und (inzwischen sechs) Jahrzehnte christlich-jüdischen Dialogs seit der bahnbrechenden Erklärung „Nostra Ae­tate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils oder durch die wegweisenden Erklärungen der evangelischen Landes­kirchen zum christlich-jüdischen Verhältnis ein für alle­mal überwunden glaubte, wird heute durch wachsenden Antisemitismus und die permanente Wiederholung anti­jüdischer Stereotype eines Schlechteren belehrt.

Ist der christliche Antijudaismus also in Stein gemeißelt? Leider ja und nicht nur sprichwörtlich. Die Bistümer und Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben deshalb im März 2025 unter dem Titel „… und jetzt? Leitlinien zum Umgang mit antijüdischen Bildwerken in und an Kirchen­gebäuden“ veröffentlicht und die Gemeinden zu einem sensiblen und sachkundigen Umgang mit solch prob­lematischen Artefakten eingeladen. Erfreulicherweise findet diese Einladung vielfache Resonanz. Unter den begleitenden Schritten für die Aufarbeitung vor Ort will auch diese Veranstaltung einen Beitrag leisten: mit theo­logischen und praktischen Impulsen sowie ersten Erfah­rungen im Umgang mit antijüdischen Darstellungen. Es besteht ein tiefer Grund zur Hoffnung auf Besserung, weil sich die Kirche nach dem Wort des Apostels Paulus ihrer jüdischen Wurzel rühmen darf. Diese gilt es wiederzuent­decken und neu zum Tragen zu bringen.

Das Angebot richtet sich insbesondere an theologisch qualifizierte oder interessierte Pastoralverantwortliche in Haupt-, Neben- oder Ehrenamt sowie Religionslehre­rinnen und -lehrer. Einladende sind das Bistum Aachen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Mönchengladbach und der